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Foto:Frederieke Rosenthal
Foto:Frederieke Rosenthal

Grossbritannien

Kinderreitpony u. Fahrpony

um 150 cm

alle Farben außer Schecken

Ursprung

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Der Welsh Cob ist das größte und schwerste Pony  der verschiedenen Sektionen.

Mit einem Stockmaß um die 1,50m wird er von Jugendlichen wie Erwachsenen gleichermaßen gerne geritten und ist ein echter „Allrounder“.

Exterieur

Kopf: klein, trocken, mit konkav geschwungenem Nasenrücken, breite Stirn, Ganaschenfreiheit, großes, lebhaftes Auge, kleine, spitze, hoch angesetzte Ohren, weite Nüstern.

Hals: Genügend lang, gut angesetzt, gewölbt mit gutem Aufsatz bei Hengsten, leichtes Genick.

Körper: stark bemuskelt, deutlich geschwungener Rücken, melonenförmige Kruppe mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem Schweif, breite Brust, schräge, lange Schulter, große Gurtentiefe und gute Rippenwölbung, aufgerichtete Haltung.

Fundament: kräftig, trocken, kurze, ovale Röhren, markante Gelenke, mittellang gefesselt, gut geformte, runde, feste Hufe.

Interieur

Bewegung: raumgreifend, elastisch frei aus der Schulter auch mit Aktion, mit energischem Antritt und Schub aus der Hinterhand, Takt.


Zuchtgeschichte

Auch der Welsh Cob stammt ursprünglich von keltischen Ponys ab, hat also die selben Vorfahren wie das Welsh Mountain Pony. Anfang des 12.Jhd. baute der Sohn des Grafen von Shrewsbury und Arundel, Robert de Belesme im walisischen Distrikt Powys einige Gestüte auf.. Er kreuzte Welsh Ponys mit importierten spanischen Hengsten, die einen deutlichen Schuss Berberblut führten. Aus dieser Zucht entstanden drei Pferde-Typen: der „Palfrey“, ein elegantes Reitpferd, der „Rouncey“, ein Traber und der „Sumpter“ ein Saumpferd. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Erscheinungsbild der drei ursprünglichen Typen egalisiert. Um den speziellen Verwendungszwecken Rechnung zu tragen, wurden jedoch auch Kreuzungen z.B. mit schweren, kaltblutartigen Pferden oder Hackneys vorgenommen.

Das damals gezüchtete „Powys-Horse“ war bei der Armee sehr beliebt, war es doch in der Lage, einen komplett ausgerüsteten Ritter in die Schlacht zu tragen. In friedlichen Zeiten arbeiteten die Cobs auf den Farmen, liefen für ihre Besitzer Trab-Rennen und wurden für die herbstliche Jagd gesattelt. Es ist erstaunlich, wie sehr der moderne Cob dem vor 800 Jahren gezüchteten „Powys Horse“ in Beschreibungen und auf alten Stichen ähnelt.


„It`s a pride“ Es ist eine Ehre, ein Stolz - einen Cob zu besitzen. Das Verhältnis der Waliser zu ihren Cobs ist schon etwas ganz Besonderes. Zwar mussten sie in früheren Zeiten natürlich auch zum Lebensunterhalt der Familie beitragen aber der Cob war auch eine Art Statussymbol, ähnlich dem Mensch der Moderne, der die 10 km zur Arbeit im Mercedes

zurücklegt, auch wenn ein Fiat den Zweck ebenso erfüllen würde. Ein guter Cob konnte eben einfach alles: im steilen Bergland den Pflug ziehen, die Kinder zur Schule und den Herren standesgemäß zur Fuchsjagd über die Sprünge tragen und am Sonntag, fein herausgeputzt, die Familie in der Kutsche zur Kirche bringen und dabei am besten schneller traben als das Pferd des Nachbarn.


An dieser alten Tradition gemessen, steckt die Cob –Zucht in Deutschland quasi noch in den Kinderschuhen. Vor ca. 25 Jahren wurden die ersten Tiere importiert. Den intensiven Studienreisen einiger der ersten Züchter und deren fachmännischer Beurteilung ist es zu verdanken, dass die Cob-Zucht in Deutschland auf eine solide Basis gestellt wurde und es heute zum Teil hervorragende Nachzucht gibt, die auch auf internationalen Schauen den Vergleich nicht zu scheuen braucht. Es sind zur Zeit etwa 40 Hengste eingetragen, die Zahl der Stuten, Jungtiere und Wallache dürfte um die 800 liegen.

Was macht nun aber die besondere Faszination dieser Rasse aus? Neben dem muskulösen, kräftigen Körperbau und der zum Teil spektakulären Trabaktion vermutlich vor allem die unkomplizierte Haltung. Viele Cob Hengste decken frei in der Herde und können von einem Jugendlichen problemlos von ihren Stuten weg, zum Reiten geholt werden. Ein Sport- und Freizeitpferd, dass im Offenstall gehalten werden kann und bei dem meist auch wochenlange Pausen kein Problem sind. Ein Cob bleibt kooperativ, umgänglich und was er einmal gelernt hat, ist jederzeit abrufbar. Darüber hinaus erfreuen sie sich, wie alle Welsh, bei artgerechter Aufzucht und Haltung einer sehr robusten Gesundheit bis in ein hohes Alter. Probleme bereiten ihnen in unseren Breiten höchstens ein zu reichhaltiges Futterangebot bei zu wenig Arbeit, sind sie doch über Jahrhunderte darauf selektiert, schon mit knapper Nahrung „gut“ auszusehen.

Welsh Cobs werden in Deutschland in allen Sparten des Pferdesports eingesetzt. Wenn dies mit entsprechendem Engagement und Können des Reiters geschieht, auch mit guten Erfolgen. Der gekörte Cob-Hengst Machno Carwyn war 2 Jahre in Folge Europameister der Pony-Springreiter. In Berlin verwies der ebenfalls gekörte Brenig Madoc jahrelang Großpferde in M-Dressuren auf die Plätze- an Ponyprüfungen durfte er durch sein Stockmaß von 1,50m nicht teilnehmen. Die Cob-Stute Ramona, eine der wenigen die auf Westernturnieren vorgestellt wird, war auch schon auf der „Amerikana“ hoch platziert und siegreich. Und Ulrich Spenneman fährt mit seinem blonden Cob-Fuchs-Gespann seit Jahren auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich .

Viele Welsh Cob Fans nutzen ihre Pferd jedoch ähnlich, wie die Waliser es seit Jahrhunderten tun. Ein Pferd für die ganze Familie, ob Mutter Lust auf eine Dressurprüfung hat, Sohnemann an der Springstunde teilnimmt, Vater gerne mal anspannen möchte oder die Tochter am liebsten an Wanderritten teilnimmt, ein Cob ist für alles zu haben.

Quelle(n)

http://www.ig-welsh.de

Fotos: Frederieke Rosenthal

Wo kann ich Pferde dieser Rasse reiten?

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Foto-Galerie

Foto:Frederieke Rosenthal
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Welsh Cob (Sek. D)